Archive | April 2014

Borussia Dortmund-Spvgg. PrimeStone 0:0

Am Samstagabend gelang es Dortmund nicht nur, Bayern München zu bezwingen. Auch die gemischte bayrisch-württembergische Mannschaft der Spvgg. PrimeStone musste eine, wenn auch unverdiente Niederlage einstecken. Möglicherweise lag es auch daran, dass die Mannschaft aus der Provinz nur mit vier Spielern angetreten war: an der Vorbereitung oder mangelnder Kampfbereitschaft lag es nicht, obwohl drei von ihnen trotz Verletzung spielen mussten: Wolfi hatte immer noch einen Sehnenabriss, Wolli eine Muskelentzündung und Peter war durch eine Grippe geschwächt. Dabei begann alles so vielversprechend!

Anpfiff. PrimeStone erobert sofort den Ball und startet den Angriff. In bewährter Manier überlassen die erfahrenen Männer den Ball dem Gegner nicht für eine Sekunde. Zug um Zug kämpfen sie sich zum gegnerischen Tor durch, nur kurz unterbrochen vom Applaus des Fanblocks, der an diesem Tag leider kleiner ist als sonst. Wer weiß, vielleicht ist die Entfernung zu groß, oder der Eintritt zu hoch. Oder die anderen, gleichzeitig veranstalteten Events zu verlockend… Schon in unseren früheren Mannschaften (FC Fireball, Dynamo Urwerk40, SC Abraxas usw.) gab es solche Abende. Zum Glück gibt es doch noch einige hartgesottene PrimeStone-Fans, die sich durch nichts abschrecken lassen. Für sie geben wir dann alles, wofür wir durch frenetischen Applaus und gelegentliches Mitsingen belohnt werden.

Zweite Halbzeit. Mittelstürmer Wolfi zaubert mit gekonnten Dribblings und Körpertäuschung den Ball immer wieder dem gegnerischen Tor gefährlich nahe, und als seine Kräfte nachlassen, übernehmen Verteidiger Wolli (traumhafte Pässe!) und Libero Peter (gute Einwürfe!) den Ball. Auch unser Torwart Flogge (zielgenaue Abstöße!) ist nicht untätig, und so gelingt es uns, wenn manchmal auch nur durch leichte Fouls, das Tor sauber zu halten. Und auch Trainer Sven am Spielfeldrand geizt nicht mit Ratschlägen.

In der Pause ermahnt uns Trainer Sven, den Ball nicht zu flach zu halten. Er hat Recht, wie immer.

Dritte Halbzeit. (Ja, liebe Sportsfreunde, in unserer Sportart gibt es drei, manchmal sogar vier Halbzeiten! Ob die FIFA einverstanden ist, haben wir gar nicht erst gefragt, wer weiß, was es gekostet und wo es stattgefunden hätte…) Die Mannschaft ändert ihre Taktik: statt komplizierten Spielzügen und ausufernden Dribblings stürmen wir auf dem kürzesten Weg zum gegnerischen Tor. Wolfi hat sich in der Pause gut erholt, und selbst mit seinem lahmen Fuß bleibt er torgefährlich. Flogge wehrt den gegnerischen Ball mit tollen Paraden ab. Wolli und Peter untermauern die Stabilität der Mannschaft mit gelungenen Doppelpässen. Doch trotz verzweifelten Bemühens gelingt es uns nicht, das befreiende Tor zu erzielen, obwohl wir sogar einige neue Bälle mitgebracht haben. Immerhin bekommen wir durch ausgeklügelte Verteidigungsmaßnahmen auch kein Gegentor, und so kommt es zum Elfmeterschießen. Jeder von uns hat einen Schuss. Wir legen uns die Bälle zurecht und donnern sie mitten ins Publikum hinein, was mit großem Geschrei und Applaus quittiert wird.

So endete das Spiel unentschieden. Und die (leider nicht so zahlreich) anwesenden Fans feierten uns, als ob wir gewonnen hätten. Danke, Fans, was wäre die Mannschaft ohne euch!

Nichtsdestotrotz werten wir das Spiel als Niederlage, weil wir nicht siegen konnten. Doch wir haben viel daraus gelernt:

1. Am gleichen Ort dürfen wir künftig nicht zu oft auslaufen. Ein halbjährlich stattfindendes Turnier im gleichen Stadion genügt.

2. Der Tag der sportlichen Begegnung sollte so ausgewählt werden, dass keine anderen Spiele in der Nähe stattfinden. Auch dürfen wir nicht in den Ferien den Ball kreisen lassen.

3. Werbung, Werbung und Werbung! Obwohl an die 50 Plakate angeschlagen wurden (Danke, Schiri Heber!), und auch im Internet genügend Hinweise auftauchten, müssen wir künftig noch mehr tun.

Wenn wir alle diese Punkte befolgen, und auch fleißig unsere Trainingseinheiten absolvieren, werden wir siegen, das ist sicher. Aber auch unsere Fans dürfen nicht fehlen, das ist mit der Schlüssel zum Erfolg! Wir sehen uns im Halbfinale am 1. Mai in Illereichen!

 

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Unser Auftritt am 3.4.2014 im Brauhaus 1516, Augsburg

Es ist immer so: wenn die Umstände am widrigsten sind, wird es am Besten!

Was ist geschehen? Eigentlich müsste Flogge den Bericht schreiben, denn von uns vier ist er der einzige, der gesund ist: Wolfi hat nach einem Bänderriss ein Gipsbein, ich seit Tagen eine Grippe (und einen Todesfall in der Familie, schlimm!), und als ich am Vortag vor lauter Unwohlsein gerade überlegte, ob ich den Gig absagen sollte, rief Wolli an: er hat eine Muskelentzündung im Bein. Und in diesem Moment wusste ich: es wird gut. Weil es immer so ist!

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So fuhr ich direkt nach der Beerdigung nach Augsburg. Eigentlich wollte ich mich nur noch hinlegen und meinen Kopf auf ein Kissen betten: schwächelnd, bis in die Haarspitzen voll von Antibiotika und traurig – das sind nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen Rock-Abend. Doch das Publikum kümmert sich um so etwas nicht, wenn man auf der Bühne steht, gibt es keine Ausflüchte. Man stelle sich vor: Meine Damen und Herren, Entschuldigung, aber ich konnte wegen Todesfall und Grippe nicht üben… Geschenkt. Den Anderen geht es genauso schlimm, also los!!

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Free Me! Unsere aufgemotzte Version vom 70-er Uriah Heep-Hit knallt ohne Vorbereitung ins neugierige Publikum. Der Laden ist nicht voll, aber gut besucht, und die Leute sind genau nach unserem Geschmack: hier ist donnerstags immer Rockmusik, und deshalb kein Publikum, das unbedingt Discofox tanzen möchte… Beatles, Santana und CCR, wohlwollender Applaus, die ersten stehen schon vor uns. Sultans Of Swing.

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Riesiger Erfolg! Dieser Song kommt jedes Mal so gut an, wir können es kaum glauben. Doch ich habe noch Bedenken: heute Morgen konnte ich kaum sprechen, und auch jetzt, bei den Choreinsätzen habe ich Halsweh… Egal, weiter! Auf einmal geht die Tür auf, und meine Tochter Viola steht da! Das Biest sagte mir am Vormittag, bei unserem (stockheiseren) Interwiev für Radio Fantasy, wo sie arbeitet, sie hätte leider keine Zeit. Um so größer ist meine Freude, Adrenalinstoß! Yeeah, Baby! Cocaine, dann unsere Version von California Dreaming: Wolfi hat zwar ein Gipsbein, ist aber super bei Stimme. Riesenapplaus,Pause.

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Zweite Runde. Bei jedem Lied Ovation, Klatschen, Pfeifen. Die relativ schmale Fläche vor uns ist bereits voll. Wolli ist ein Berserker auf den Tasten, Flogge groovt super, Wolfi ist eine Rampensau, wenn er nicht singen muss, humpelt er zu den Leuten hin und animiert sie, kaspert herum, flirtet mit den Frauen – Wolfi halt. Und ich habe Angst vor meinem ersten Gesangstück: Like A Rolling Stone.

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Bei den ersten Worten kratzt die Stimme, und die hohen Töne widersetzen sich mir. Ich hole tief Luft und durchstoße die verdammte Barriere. Plötzlich ist die Stimme da! Na also, geht doch! Auf das gute alte Adrenalin kann man sich verlassen, wusste ich doch! How does it feel?… also, wenn du mich fragst: Great, I just can say… Lonesome Loser, Rikki, Night Owls, Baker Street. Die Leute vor uns flippen völlig aus, und wie immer, wundere ich mich auch dieses Mal: wir sind doch bloß eine kleine Coverband, was ist da los? Doch ist das nicht schön? Das ist der eigentliche Sinn der Sache, oder? Du stehst auf der Bühne, spielst (endlich…) genau die Musik, die dir am besten gefällt, und das Publikum ist selig, und wir auch. Das ist der Sinn, mehr braucht es nicht.

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Und so geht es weiter, in der langen dritten Runde. Die Leute vor uns und wir sind eins, feiern gemeinsam, celebrieren den Rock. Vergessen die Krankheiten, die Widrigkeiten, nur das Hier und Jetzt zählt. Unsere Spiellaune ist blendend. Jeder von uns macht Sachen, die nicht geplant oder geprobt sind, hier ein Zitat aus einem anderen Song, da eine unerwartete Improvisation auf dem Piano, eine kleine (manchmal unfreiwillige) Abänderung des Texts oder ein rhythmischer Gimmick… Was soll ich sagen? Ein geiler Abend, genau auf den Punkt, besser könnte es nicht sein.

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Zugaben. Es ist spät, wir spielen nur zwei und verabschieden uns. Und dann geschieht etwas, was ich noch nie erlebte: die Leute drängen sich vor, um uns die Hand zu schütteln, nicht nur vereinzelt, sondern die meisten: das ist richtig rührend… Hinterher hagelt es Komplimente, teilweise sogar sachverständige. „Ihr klingt als seid ihr aus einem Guss, und euer Mann am Mixer macht es genau richtig, der Gesang und die Soli schweben vor der Begleitung und werden nicht zugematscht…“. Das sei hier gesagt: ein guter Mix ist der halbe Erfolg. Und unser Sven versteht sein Handwerk. Danke, Sven!

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So, das war’s. Die nächste Herausforderung: Hebers, Balzheim, zum zweiten Mal. Let’s rock!

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