Archive | June 2014

Grüne Hausmusik in Memmingen

Es scheint unser Schicksal zu sein: gegen wichtige Fußballspiele anzukämpfen. Den ersten Kampf am 12. April in Balzheim haben wir verloren, den zweiten am 17. Mai in Pfaffenhofen haushoch gewonnen. Wir waren neugierig, wie es diesmal, gegen Spanien und Holland, ausgehen würde. Stolz kann ich melden, dass es uns trotz widrigster Umstände – Freitag der 13., Vollmond, Ferien – gelungen war, ein Unentschieden zu erzielen!

Doch ihr werdet mir hoffentlich verzeihen, dass ich diesmal nicht als Sportreporter fungiere, denn dreimal hintereinander das Gleiche zu bringen ist öde. Lieber schreibe ich über “grüne Hausmusik”: gleich werdet ihr lesen, warum. Doch vorher noch etwas: da diesmal anscheinend niemand Fotos machte – unser Fehler – greife ich in die Mottenkiste und scanne einige alte Musikerfotos von uns ein. Denn auch wir waren mal jung, auch wenn bei manchen von uns das recht weit zurückliegt… Aber ein Blogbeitrag ohne Fotos, das geht gar nicht!

Ich mit 12

Flogge, mit 12!

Nach einem tollen Essen (ich mache Reklame für das Grüne Haus, mit gutem Gewissen!) beginnen wir um 21 Uhr. Es ist noch nicht viel los, aber die Anwesenden sind lauter Freunde und Bekannte, teilweise überraschend gekommen, was schon im Vorfeld für eine  freudige Spannung sorgte – zusätzlich zum Lampenfieber, das wir trotz jahzehntelanger Routine immer haben. Sogar aus dem Raum Bodensee und Frankfurt waren Freunde gekommen! Es ist ein völlig anderes Gefühl, für Leute zu spielen, die man kennt und mag, als vor einem wildfremden, abwartenden Publikum, bei dem man sich erst beweisen muss. Auch das kann man meistern, aber ein Heimspiel (doch ein Fußball-Vergleich?) ist viel lockerer,entspannter. Ich merke das an meinem eigenen Spiel, ich riskiere mehr, improvisiere phantasievoll, obwohl ich schon den ganzen Tag Schmerzen in der linken Hand hatte, aber Gabi, meine viel bessere Hälfte, hatte mich kurz vor dem Auftritt mit einem Gerät von der Firma Nuskin behandelt, das sie vertreibt (jawoll, wieder Reklame, aber dafür ist doch der ganze Blog da, machen wir uns nichts vor!), und der Schmerz ist weg, ich riskiere alles, und es klappt!

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Peter, mit seiner ersten Gitarre, 1963

Auch die anderen sind super darauf, Flogge probiert neue Sachen aus, Wolfi singt wie ein Engel (seit wann rauchen Engel und trinken Bier?), und Wolli scheint drei Hände zu haben. Es ist richtig magic… Und das Publikum, das langsam zahlreicher wird, spürt es und geht mit!

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Wolli in Äktschn mit Fireball,1992

Ein Geheimnis des Erfolgs: wenn die Leute so enthusiastisch reagieren, wirkt sich das auf die Band zurück, und die Atmosphäre lädt sich mit positiver Energie auf: man spielt dann mit so viel Lust… Und wenn das ganze Publikum aus Freunden und Bekannten besteht, multipliziert sich das noch. Der Laden ist längst nicht voll, aber er fühlt sich so an, glüht förmlich. Wir spielen wie besessen, und – neu – unterhalten uns mit den Leuten, machen witzige Ansagen, ernten Lacher und Zwischenrufe, kaspern herum, fühlen uns rundum wohl.

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  Wolfi am Alpsee, Fireball, 1992

 In den Pausen bekommen wir Komplimente über und über, unglaublich. Ich weiß, das darf man nicht überbewerten, wir sind nur eine kleine Coverband, aber darauf kommt es nicht an. Wenn man gemeinsam mit den Zuhörern eine Atmosphäre schafft, in der alle aufgehen, darf man das auch genießen und „die Lorbeeren ernten“, mögen sie auch kleiner sein als bei den Großen der Branche: doch sie schmecken genauso – und das ist gut so. Vor uns springen die Leute – vorwiegend jüngere Frauen – herum, als sei es die Walpurgisnacht. Sage ich doch: Freitag, der 13., und auch noch Vollmond…

 

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Flogge vor 12 jahren: er genauso groß wie jetzt, das Equipment viel größer…

Es ist Schluss. Wir sind durchgeschwitzt, voll von Adrenalin und durstig. Die Zugaben haben uns die letzte Kraft gekostet, aber es hat sich gelohnt. Wir haben den Laden zwar nicht ganz voll gekriegt, aber es war eine unglaubliche Stimmung, und auch Philipp Hebel ist zufrieden – was will man mehr? Es war wie Hausmusik, im Grünen Haus – grüne Hausmusik…

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Peter mit 19, vor ca. 100 Jahren…

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…und Wolfi, geringfügig später, mit Scarabeus: welcher ist er?

Grünes Haus, wir kommen wieder! Doch vorher noch einige Herausforderungen:

12.7.14. Kulturverein Heiligkreuz, Kempten

9.8.14. Allgäuer Festwoche, Kempten

5.9.14. Spectacel, Inning

8.11.14. Dampfsäg, Sontheim

29.11.14. Traube, Bellenberg

…und noch viel mehr!

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 Unser Wolli, der Womanizer (gewesen…)

Und last but not least unsere Chormiezen:

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