Archive | February 2015

Fiddler’s Green am 24.1.2015

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Jens, Inhaber, Musiker, Tonmischer, Logistikfachmann und mehr…

Wieder im Fiddler’s Green in Pfaffenhofen/Roth, bei Jens, diesmal ohne Fußball! Große Vorfreude, unser erstes Konzert hier am 19. Mai (siehe dort!) war so toll, dass wir sogar mit Erwartungen hingehen, was ansonsten gar nicht so gut ist, denn Erwartungen können zu Enttäuschung und Frustration führen. Doch nicht hier, im Fiddler’s! Das Lokal ist vom Anfang an brechend voll, obwohl Jens den Eintritt gegenüber dem letzten Mal um einen ganzen Euro erhöht hat – mit Derartiges hatten wir bereits schlechte Erfahrungen. Doch jetzt murrt keiner. Das ist übrigens der Unterschied zu manchem anderen Laden: das Publikum ist wissend und kundig, und meckert nicht über den Eintrittspreis (wie ein gewisser Herr aus meinem vorherigen Bericht)!

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Das kundige Publikum!

Ja, das Publikum ist kundig, auch was die Musik selbst betrifft. Das wussten wir, und deshalb haben wir unsere Setlist anders zusammengestellt als sonst. Unser erster Set anderswo ist eine Art Herantasten: wir spielen bewährte und nicht allzu harte Standards wie Free Me, Get Back oder You Ain’t Seen Nothin’ Yet – große Songs zwar, aber doch Mainstream, und erst ab der zweiten Runde wagen wir uns an speziellere Sachen wie bluesige oder soulige Stücke (Superstition, Crossroads usw.) heran. Anders im Fiddler’s: hier wissen wir, dass man auch mit „Hardcore“ beginnen kann. Und so machen wir es auch. Der Herr Dr. aus Neustädtlein würde einen Herzinfarkt kriegen bei so vielen für ihn falschen Liedern! Sorry, werter Herr, Rockin’ All Over The World und Atemlos spielen wir nicht… Statt dessen:
Cream, Stevie Wonder und Steely Dan zünden sofort. Es ist nicht wohlwollender Applaus, den wir bekommen, sondern begeisterte Ovation. Yeah Baby, we are home again! Euphorisch spielen wir die Runde zu Ende. Und jetzt erlauben Sie mir, etwas persönlich zu werden, denn ich habe Besuch!

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Feri aus Budapest, allein am Tisch – Knoblauch??

Mein Cousin, Bruder und bester Freund, Feri aus Budapest ist anwesend. Er kam extra, um uns zu hören, denn ursprünglich planten wir ein gemeinsames Skifahren in Österreich, aber er wollte mich unbedingt mit meiner „neuen“ Band hören, und kam extra hierher. Doch Halt, zuerst muss ich etwas erklären, denn ich sehe schon das Unverständnis: Bruder und Cousin zugleich, wie geht das?? Dabei ist es ganz einfach. Seine Eltern – meine Tante und mein Onkel – adoptierten mich als Kind, und so wurde aus dem Cousin gleichzeitig auch ein Bruder. Doch ich glaube, zumindest bei der ersten Nachkriegsgeneration war Derartiges gar nicht so selten. Da ging es gezwungenermaßen drunter und drüber, und möglicherweise ist mancher aus dieser Zeit sogar sein eigener Onkel – und weiß es nicht einmal…

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Adoptiert?

So. Ich bitte um Verzeihung für diesen kleinen Umweg! Zurück zur zweiten Runde. Mit der bewährten Mischung setzen wir das Programm fort, und legen, was Energie und Intensität betrifft, noch eins drauf. Eine tolle Stimmung! Und dann entlassen wir mit dem bewährten Baker Street die Leute – und uns – in die Pause. Wir werden abgefangen, gelobt, man klopft uns auf die Schulter. Und Cousiruder (oder Brudousin) Feri strahlt. Und riecht nach Knoblauch. Ein Ungar, klar doch, oder? Übrigens, Feri ist Schriftsteller, und wird über uns schreiben. Und uns in Ungarn weiterempfehlen! Wer weiß, vielleicht kommt hier eines Tages ein Bericht über ein Primestone-Tournee in Ungarn…

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Ungarn, fast so schön wie… im Fiddler’s…

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wo Wolfi, die Legende die Bude rockt…

Dritte Runde. Jetzt rockt die Bude, denn wir setzen auf Stimmung – Dylan, BAP, Stones! Und mitten drin eine schöne Abwechslung: Wolfi Preuß, unser Frontmann, Bassist und Legende, in Unehren ergraut, feiert seinen 64. Geburtstag. Zusammen mit dem Publikum singen wir ein Ständchen für ihn, dann werden Wunderkerzen angezündet, und Wolfi wird von einem Teil des weiblichen Publikums abgeknutscht. Ich muss zusehen, dass wir auch an meinem Geburtstag spielen, denn in meinem Alter ist so etwas gar nicht selbstverständlich – vor allem, wenn die Damen so jung sind… (Smileyzeichen unbedingt!) Dann noch Free, Clapton, und, etwas gemäßigt, Beatles und Procul Harum beenden den offiziellen Teil. Und die Zugaben richten sich, auch etwas anders als sonst, an den kundigen Rocker: While My Guitar Gently Weeps, Don’t Let Me Down (Beatles) und Long As I Can See The Light glätten die brodelnde Fläche und führen zum (hoffentlich) wohlverdienten Ende. Das Publikum ist selig und wir erst! Schade, dass der Herr Anwalt aus Neustädtlein nicht da ist…

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…und dafür Wunderkerzen bekommt! Ein Wunder?

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