Wochenende 6.-7. März 2015: wie eine Wechseldusche…

Letztes Wochenende hatten wir ein Doppelspiel, das ich Wechseldusche nenne, denn es war tatsächlich eine, wenn auch nicht wörtlich. Nicht jedes Spiel kann ein Erfolg sein, vor allem wenn die Band noch keinen großen Namen hat. Aus diesem Grund werde ich das Lokal, in dem der erste Auftritt stattfand, auch nicht nennen. Es genügt, wenn ich verrate, dass es weit außerhalb unseres bisherigen Wirkungskreises lag. Wir hatten bereits dort gespielt, und die Direktion rief uns extra an und bat um einen erneuten Auftritt, an ihr lag es also nicht. An uns ebenfalls nicht, meine ich, denn wir gaben unser Bestes. Am Publikum auch nicht, denn sie verstanden uns einfach nicht, und dafür können sie nix. Doch von vorne:

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Wechseldusche gefälligst?

Eine riesige Bühne, groß wie ein Schwimmbecken im Freibad. Noch weiß ich nicht, wie stimmig die Allegorie ist, denn wir werden baden gehen… Doch der Sound, den Sven uns zaubert, ist großartig. Wir beginnen. An die 20 Leute haben sich in den riesigen Saal verirrt, und sie kommen sofort auf die Tanzfläche, und tanzen einen munteren Foxtrott – während wir Gimme Some Lovin’ spielen. Im Internet stand zwar etwas von einem Classic-Rock-Konzert, doch das Volk nimmt es nicht ganz ernst, und tanzt auf Santana Chachacha, was wenigstens ansatzweise stimmt. Und die Schar der Besucher wächst stetig, auf mindestens 60 Personen, bei einer Kapazität von etwa 1000… Bei Beatles und Supertramp sind sie noch munter, doch auf Baker Street, sonst unser größter Reißer, folg nur ein lahmer Applaus, und bei Cream verlassen sie fluchtartig die Tanzfläche.

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Baden gegangen…

Doch wie es heißt, kalte Dusche härtet ab, und so ist es auch: wir rocken, dass die Wände wackeln! Der stellvertreternde Chef schmeißt eine Runde, die Bedienungen fallen uns um den Hals (wenigstens etwas Positives!) – also was den Laden betrifft, können wir uns nicht beklagen. Nur das Publikum ist wie eine schlechte Ehefrau: liebt uns zwar, versteht uns jedoch nicht die Bohne. Kaum dass wir richtig rockig werden – Crossroads, usw. – laufen sie uns weg. Bei den richtigen Gassenhauern dagegen, die sogar Foxtrott- und Rumba-Fans kennen, wie Honky Tonk Women oder Smoke On The Water (schon wieder Wasser…), zappeln sie vor uns wieder. Lauwarm…

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Foxtrott auf Rolling Stones…

Die Band ist frustriert, klar. Doch auch die kälteste Dusche trocknet irgendwann aus. Die Moral der Geschicht’: solange man auf der Bühne ist, muss man trotzdem lächeln. Und: wir müssen uns mit kleinen Schritten einen guten Ruf, ein größeres Stammpublikum erkämpfen, um eigene Veranstaltungen organisieren zu können. Dann können wir nämlich auch die Werbung in die eigene Hand nehmen, um das für uns richtige Publikum anzulocken. Denn, um im Wasser zu bleiben: mit dem Strom schwimmen und Sachen wie Rockin’ All Over The World spielen werden wir nicht, das ist sicher.

Nächster Tag, im KT’s Irish Pub in Bad Wörishofen. Bad Wörishofen, sad Wörishofen, mad…? Nee, wir bleiben beim Wasser-Vergleich! Kommt noch eine kalte Dusche, oder wird sie diesmal warm, zur Abwechslung, für unsere (seelische) Gesundheit? Die Vorzeichen stehen nicht schlecht: mit Pubs haben wir bisher sehr gute Erfahrungen, und die Stimme der Besitzerin klang nett. Wir sind guter Hoffnung…

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Wolli ist guter Hoffnung…

die dann bei Weitem übertroffen wird! Ein blitzsauberer, netter, gemütlicher Laden, die Chefin nicht nur nett, sondern auch noch jung und attraktiv, wie ihre Mutter auch, und die drei Bedienungen sind zusammen nicht so alt wie ich. Pärfäkt! Dazu fällt mir leider wirklich kein Wasser- oder Dusche-Vergleich ein!

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Groß genug für Flogge?

Macht nix. Wir rocken, und diesmal ist das Publikum die beste Ehefrau aller Zeiten: nicht nur unsere Fans, mit Andinger an der Spitze, sondern sogar das Jungvolk, mit dem wir eigentlich gemischte Erfahrungen haben. An einem Tisch vor uns sitzen junge Leute, die uns zunächst ignorieren und herumschreien, doch irgendwann sind sie dann ganz still. Wir haben sie bekehrt! In den Pausen bekommen wir sogar Komplimente von ihnen!

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Bereits durchgeschwitzt?

Dann ist Schluss. Wir trocknen uns ab, nicht nur wegen der diesmal warmen Dusche, sondern weil wir buchstäblich durchgeschwitzt sind. Es war ein hartes und lehrreiches Wochenende, wechselhaft, was die Dusche betrifft. Und baden gegangen sind wir nicht!

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2 responses to “Wochenende 6.-7. März 2015: wie eine Wechseldusche…”

  1. S.P. says :

    Hey Leute, wie immer, lese ich euren Block gern, weil eben kreativ geschrieben und oftmals genau dass beschreibt, was so viele Bands im Musikeralltag erleben. Heute so, morgen so. … Jede Band steht auf ihrem Weg mal vor einem halbvollen (nicht halbleer!!) Saal oder hat mit einem unkundigen Publikum so seine Probleme. Seht es einfach als Erfahrung! Eure Gedanken dazu, habt ihr ja schon kreisen lassen und die richtigen Ansätze konnte ich lesen! UND! … das zweite Konzert, war ja dann die Antwort auf euer Zweifeln nach der kalten Dusche und ! Der Sprung ins große Becken der Rockphilosophie – “Rock on” … bleibt dran …
    Grüßle S.P.

  2. gasparsprimestoneblog says :

    Danke, Frau S.P., für die ermunternden Worte! Wir bleiben dran, sammeln die Erfahrungen und lassen uns nicht entmutigen. Long live Rock’n roll!

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